Star Wars – Dark Empire

November 15th, 2007

Als ich vor einiger Zeit anfing, die „Jedi Academy Trilogy“ von Star Wars zu lesen, musste ich feststellen, daß nicht unwesentliche Teile des Hintergrunds dieser Romane auf die Ereignisse des „Dark Empire“ Comics verweisen. Irgendwie traf es sich wohl gut, daß gerade die Neuauflage von Dark Empire in zwei Bänden unter dem Label „Star Wars Essentials“ veröffentlicht wurde.

Story:
Im Wesentlichen teilt sich Dark Empire in 3 Abschnitte: Dark Empire 1, Dark Empire 2 und Empire’s End.

In Dark Empire 1 sind die Rebellen gerade dabei, die imperiale Thronwelt (der Name „Coruscant“ fällt dabei nicht direkt, aber um diesen scheint es sich zu handeln) einzunehmen, als ein Strudel aus dunkler Macht Luke Skywalker erfasst und zum Planeten Byss im Zentrum der Galaxis entführt. Dieser Planet ist die am stärksten befestigte imperiale Basis überhaupt und hier trifft Luke auf den Imperator – genauer gesagt auf einen Klon des Imperators. Dieser hatte den von der Dunklen Seite der Macht besessenen Geist des Imperators aufgenommen, nachdem sein vorheriger Körper an Bord des zweiten Todessterns von Darth Vader vernichtet worden war. Luke erkennt, daß er den Imperator nur dann vollständig auslöschen kann, wenn er sich ganz der Dunklen Seite hingibt und ein Diener des Imperators wird, so wie sein Vater vor ihm.
Als Leia, die mittlerweile mit ihrem dritten Kind schwanger ist, davon erfährt, überredet sie Han Solo, eine Rettungsmission für Luke nach Byss zu starten. Unterdessen kämpfen Lando Calrissian und Wedge Antilles gegen furchterregende neue Kriegsmaschinen des Imperiums namens „Weltenvernichter“ (World Devastators), die gerade dabei sind, die friedliche Welt Mon Calamari dem Erdboden gleichzumachen.

In Dark Empire 2 erkennt Luke nach seiner Erfahrung mit der Dunklen Seite, daß er als letzter überlebender Jedi Meister nun dringend Schüler ausbilden sollte, um den Fortbestand der Jedi zu sichern. Gleichzeitig begibt sich Leia auf die Suche nach einer alten Frau, die sie als die Jedi Vima da Boda identifiziert hatte. Währenddessen hat der Imperator, der ein weiteres Mal überlebt hat, sowohl eine eigene Truppe dunkler Jedi ausgebildet, als auch ein neues Galaxisgeschütz bauen lassen, das Projektile durch den Hypperraum verschießt und damit ganze Welten zerstören kann. Während eine Rebellentruppe um Wedge Antilles und Lando Calrissian versucht, über eine Gruppe „troianischer“ Kampfroboter in die Festung des Imperators einzudringen, müssen sich Luke, Leia und Co. gegen die dunklen Jedi zur Wehr setzen, die nur ein Ziel kennen: Leias Kinder dem Imperator zu bringen.

In Empire’s End wird die Story aus Dark Empire 2 weitergeführt und nach der Geburt von Anakin Solo bahnt sich ein finaler Showdown an: Imperator Palpatine ist geschwächt, da sein letzter verfügbarer Klon genetisch instabil ist und rapide zerfällt. Seine einzige Rettung wäre die Übernahme des Körpers von Anakin Solo, und dafür ist ihm jedes Mittel recht. Skywalkers Jedi-Schüler stellen sich ihm entgegen, doch können sie seiner Macht widerstehen und Anakin retten?

Eindruck:
Zuallererst einmal war ich schockiert, als ich den Dark Empire Comic das erste Mal aufschlug. Ich war schöne, helle, bunte Comics aus der Star Wars Reihe gewohnt, und Dark Empire hat einen radikal anderen Zeichenstil: Die Panels sind recht detailliert gezeichnet und dann aber großflächig, manchmal seitenfüllend, mit einer dunklen und einer helleren Farbe koloriert, die in Nuancen noch abweichen und den Charakteren und Schauplätzen so ein düsteres, bedrückendes Flair verleihen. Allein schon durch diesen Zeichenstil wird der Comic seinem Namen gerecht und pinselt ein extrem dunkles, bedrohliches und gewalttätiges Kapitel dieser Saga. Definitiv nicht mein Stil, auch wenn optisch einige interessante Designs vorkommen.

Kommen wir  zur Erzählweise. Ein weiterer Irritationsfaktor ist es, daß manche Nebenhandlungen nur kurz in Textboxen erzählt werden, obwohl sie schon wichtig und interessant gewesen wären. Dazwischen sind manchmal seitenfüllende Panels, die düstere, stimmungsvolle Dinge zeigen, aber an sich nicht selbst erklärend sind, so daß hier ebenfalls recht viel mit Textboxen gearbeitet wurde. Und manchmal werden auch die Haupthandlungsstränge nochmals mit Textboxen parallel zum Bild erzählt.
Hallo? Ich wollte einen Comic lesen, und keinen Roman! Wenn man zwar fesselnde, dunkle Bilder malen kann, die Story aber teilweise so verworren ist und den Bildern förmlich davoneilt, dann ist doch irgendwo grundsätzlich was schiefgegangen, oder? In einem Comic sollte soviel Information wie möglich optisch mit Bildern transportiert werden, und nicht alles in Textform erklärt werden müssen, sonst könnte man auch einen Roman mit Illustrationen draus machen. Und ich vermisse eine gewisse Dynamik in den Bildern. Alles scheint immer so zäh und stillstehend zu sein, selbst angedeutete Bewegungslinien wirken statisch.

Und nun zum Inhalt:
Chronologisch sollte Dark Empire nach der Romantrilogie „Erben des Imperiums“ von Timothy Zahn spielen und vor der „Jedi Academy Trilogy“ von Kevin J. Anderson. Im Comic hat die „Rebellion“ aber noch nicht die Neue Republik ausgerufen, noch nicht Coruscant eingenommen, sondern versteckt sich in einer kleinen Basis auf einem Mond. Luke Skywalker ist plötzlich ein Jedi Meister, weiß der Geier, woher. Der Imperator hat so große Machtkräfte, daß er problemlos Luke Skywalker mit einem Machtsturm quer durch die halbe Galaxis transportieren kann und ist quasi unsterblich, da er seinen Geist auf neue Klone seines Körpers transferieren kann. Mit einem einzigen Wink kann er ein Machtinferno entfachen, welches Dutzende Leute auf einmal zerfetzt. Und so weiter.
Ja, es ist ein Comic. Ja, in Comics werden manche Dinge etwas überspitzt gezeichnet gegenüber der Realität. Aber dieser Comic macht mir den Anschein, daß a) sehr schlampig recherchiert wurde und b) diese überdrehten Kräfte hauptsächlich der Effekthascherei dienen. Star Wars sollte wohl noch düsterer, noch dramatischer und noch gewaltiger wirken, und das ist dem Zeichner und Autor auch voll gelungen. Ob Star Wars dadurch „besser“ geworden ist, muß jeder für sich selber entscheiden, für mich definitiv nicht.
Interessanterweise habe ich irgendwo gelesen, daß der Dark Empire Comic offiziell NICHT als Teil des Expanded Universe anerkannt wurde, somit kann jemand, der um die Kontinuität von Star Wars bangt, diesen wenig rühmlichen Teil getrost überspringen und vergessen.

Ein Gimmik am Rande ist mir noch aufgefallen: Die Schlacht um Mon Calamari gegen die Weltenvernichter und mit den neuen Angriffs-Gleitern der Rebellen kann man im Teil 1 des Videospiels „Rogue Squadron“ auf dem Nintendo 64 oder dem PC nachspielen. Dieses ist recht schön gemacht und bietet auch eine schönere (und weniger hoffnungslose) Optik als der Comic.

Fazit:
Dark Empire enthält einige faszinierende Zeichnungen, einen sehr gewöhnungsbedürftigen Zeichenstil, sowie etliche fragwürdigen Handlungen, Personen und „Dinge“, die sich mit dem „offiziellen“ Star Wars Universum ziemlich beissen. Daher ist dieser Comic auch nur für wirklich hartgesottene Star Wars Fans zu empfehlen, die alles haben müssen, wo Star Wars drauf steht, und die der Kontinuität keine allzu große Bedeutung beimessen.

1 von 5 Sternen.

Resident Evil – Extinction

Oktober 4th, 2007

Am Montag habe ich es mal wieder ins Kino geschafft und einen der Filme angeschaut, auf die ich schon längere Zeit gewartet und mich gefreut hatte: Resident Evil Teil 3.

 Story:

Der tödliche T-Virus, der in Raccoon City ausgebrochen war, hat sich über die ganze Erde verteilt und die Menschheit fast ausgelöscht. Nur wenige Handvoll Überlebende kämpfen sich durch unfruchtbare Wüstengebiete, zu denen der T-Virus große Teile der Welt gemacht hat.

Ein solcher Konvoi von Überlebenden quer durch die USA wird von Claire Redfield angeführt und von Carlos Oliviera und L.J. aus Teil 2 begleitet. Sie müssen ständig in Bewegung bleiben, verfolgt von den lebenden Toten, die ihre kleine Gruppe immer weiter dezimieren. Da treffen sie auf Alice, die ebenfalls überlebt hat, indem sie sich vor den Umbrella-Satelliten versteckt hielt, die nach ihr suchten. Ihre latenten psychokinetischen Kräfte, die sie dank Umbrellas Experimenten besitzt, treten mittlerweile deutlich zutage, und manchmal kann sie sie sogar kontrollieren. Gemeinsam wollen sie die Überlebenden an den scheinbar einzigen Ort ohne Zombies bringen: Alaska.

Doch auch die böse Umbrella Corporation hat die Seuche überlebt und die skrupellosen Wissenschaftler unter Leitung von Dr. Isaacs und Albert Wesker forschen mit allen Mitteln, um aus der Situation doch noch Profit zu schlagen. Isaacs hat zu diesem Zweck Klone von Alice erschaffen, mit deren Hilfe er ein Serum entwickeln will, um die hirnlosen Zombies zu billigen Arbeitskräften zu machen. Als diese Versuche fehlschlagen, stossen die Umbrella-Satelliten auf die Spur der echten Alice – und sie stellen ihrer kleinen Gruppe eine tödliche Falle…

Meinung:

Naja, so richtig vom Hocker gehauen hat mich dieser dritte Teil nicht. Zwar werden diesmal ganze Armeen von Zombies durch den Fleischwolf gedreht und Blut und Eingeweide spritzen im Sekundentakt über die Leinwand, aber irgendwie will nicht so der Funke überspringen. Während die beiden anderen Filme bei Nacht spielten, und allein schon durch die schummrige Beleuchtung für eine Gänsehautstimmung sorgten, bei der man in jedem dunklen Schatten allein vor einem einzigen Zombie schreiend davongelaufen wäre (was man bei der beengten Räumlichkeit der ersten beiden Teile schlecht konnte), spielt sich diesmal die meiste Action unter gleißender Wüstensonne und bei Tageslicht auf schier endlosen Ebenen ab. Sicher, das Wüstenszenario ist nicht zu weit hergeholt, durch den T-Virus begründet und erzeugt auch eine melancholische, einsame Grundstimmung. Dennoch gehört die Dunkelheit und die räumliche Beengtheit meiner Meinung nach zum typischen Resident Evil Feeling dazu, und daher kann mich dieser Tageslicht-Splatter nicht wirklich begeistern.

Kommen wir zu den Personen: Mit Claire Redfield wird eine weitere populäre Gamefigur im Film eingeführt. Da ich von den Spielen, in denen Claire vorkommt, leider nur die Romane kenne, kann ich nicht allzu viel darüber sagen, ob die Schauspielerin den Look der Spielfigur rüberbringt, vom Wesen her weicht sie jedoch ein gutes Stück von den Romanen ab. Naja, halten wir mal zugute, daß sie im Film bereits seit 5 Jahren einen schier ausweglosen Kampf gegen Umbrellas Schöpfungen führt, was aus ihr eine abgebrühte Führungspersönlichkeit gemacht hat.

Leider wird im Film nicht der allerkleinste Hinweis auf weitere Spielcharaktere gegeben, sei es Claire’s Bruder Chris Redfield (Aus Teil 1 des Spiels) oder Jill Valentine, die ja im zweiten Film vertreten war, und von der man noch nicht mal erfährt, ob sie noch lebt und woanders gegen Umbrella kämpft, oder ob sie bereits tot ist. Damit haben sich die Drehbuchautoren zwar eine Hintertür für einen eventuellen vierten Film offengelassen, andererseits ist es auch wieder unbefriedigend, GAR NICHTS zu wissen. Schön ist dagegen das Wiedersehen mit Carlos und LJ aus dem zweiten Film. Leider ist der Unterton des dritten Films derart ernst, daß auch Ex-Spassvogel LJ nicht wirklich die Stimmung heben kann.

 Halt, ein Charakter aus den Spielen hat es doch in den dritten Film geschafft: Albert Wesker. Der Bösewicht aus Teil 1 (und Code: Veronica) ist auch dabei und – wen wundert’s – der Chef von Umbrella. Der Schauspieler schafft es zwar, die Hinterhältigkeit und Gnadenlosigkeit Weskers aus dem Spiel rüberzubringen, doch trotz ähnelnder Optik (blond und Sonnenbrille) bleibt er ziemlich farblos und halt einfach nur eine Randfigur.

Bleibt noch Alice, die mal wieder mit blitzenden Messern, aus allen Rohren feuernd und nun auch noch mit psychokinetischen Kräften die Zombiescharen dezimieren darf. Sie ist die absolute Heldin, erlebt Höhen und Tiefen, hat auch einige Momente der Machtlosigkeit und kommt am Ende doch meist triumphierend wieder daraus hervor. Es macht einfach Spass, darauf zu warten, daß sie die nächsten Zombies zu Hackfleisch verarbeitet, was sie auch immer wieder kunstvoll zur Schau stellt. Lediglich ihr gleichmäßiger, immer perfekt geschminkter Teint wirkt richtig künstlich, aber vielleicht ist das ja auch Absicht, um ihre körperliche Überlegenheit zu unterstreichen….

Fazit:

Extinction ist eindeutig der bislang schwächste Film der Resident Evil Reihe, deren erste beide Teile auf meiner persönlichen Hitliste recht weit oben rangieren, und hat mich über weite Strecken nur mäßig angesprochen. Erst gegen Schluß hat der Film nochmal ein wenig Gas gegeben und einige tolle Szenen hervorgebracht, die eigentlich Lust auf mehr machen, wo aber nicht mehr da ist.

Alles in Allem leider nur Durchschnitt, aber mit einem hammergeilen Ende. Ach, hätte man doch erst dort mit dem Film angefangen und dann so weitergemacht, es wäre der beste Teil der Reihe geworden, statt der schlechteste!

3 von 5 Sternen.

Star Wars – X-Wing: Isard’s Rache

Juli 2nd, 2007

Gestern Nacht habe ich den 8. und bislang vorletzten X-Wing-Roman aus dem Star Wars-Universum fertig gelesen.

 Story:

Commander Wedge Antilles wird zum General befördert und mit der Aufgabe betraut, den imperialen Kriegsherren Krennel zu stürzen, der sich ein kleines, unabhängiges Reich mit einem Dutzend Planeten gesichert hat. Gleichzeitig erhält Corran Horn eine makabre Nachricht von einem ehemaligen Gefangenen der Lusankya, die nur eins bedeuten kann: Ysanne Isard, die Todfeindin der Rogue Squadron, lebt wider Erwarten doch noch und ist wieder aktiv. Während eines Einsatzes gegen Krennel gerät die Rogue Squadron dann in einen Hinterhalt – und bekommt ein Hilfsangebot von ungewohnter Seite: Ysanne Isard. Doch Wedge ist sich sicher, daß sie ein doppeltes Spiel treibt…

Eindruck:

Eine sehr spannende, nicht ganz geradlinige Story mit einigen Überraschungen, gut  und flüssig zu lesen, so wie man es von Michael Stackpole gewohnt ist. Setzt allerdings gewisse Kenntnisse im Star Wars Universum voraus, namentlich die Thrawn-Trilogie von Timothy Zahn, sowie die vorangegangenen X-Wing Romane, um auch alle Nebencharaktere und kleinen Andeutungen einordnen zu können. Es gibt eigentlich nichts, was man negativ über diesen Roman sagen könnte, außer daß die Übersetzungen der englischen Begriffe nicht konsequent in der ganzen Reihe durchgezogen wurden. Im Gegensatz zu den ersten 4 Romanen werden die Namen bekannter Raumschiffe hier teilweise im Englischen belassen.

Fazit:

Ein sehr guter, solider X-Wing-Roman, der sich gut in die vorhandenen Romane einfügt.

4 von 5 Sternen.

Diablo – Band 4: Der Mond der Spinne

Juni 24th, 2007

Nach etwas längerer Pause habe ich es geschafft, den bislang vierten Diablo-Roman zu lesen.

Story:

Lord Aldric Jitan wird von unheimlichen Träumen geplagt, die ihn schließlich auf die Spur eines mächtigen magischen Artefakts führen: des Spinnenmonds. Mithilfe des Nekromanten Karybdus versucht er damit, sich das Königreich Westmarch untertan zu machen.

Doch das Schicksal führt auch den  Nekromanten Zayl und seinen sprechenden Totenschädel Humbart in das westliche Königreich, wo er auf Lady Salene und ihren versoffenen Bruder Sardak trifft. Während fast jeder Zayl aufgrund seiner Zunft Verachtung und Furcht entgegenbringt, erbittet Salene von ihm einen Dienst: Er soll ihren verstorbenen Gemahl wegen einer angeblichen Schuld befragen, die Lord Jitan nun in Form ihres unheimlichen Anwesens einfordert, dessen Kellergewölbe viel weiter hinunterreichen, als nur in die Familiengruft.

Und während im Hintergrund um die Krönung des neuen Thronfolgers von Westmarch Ränke geschmiedet werden, wird offen die Jagd auf Zayl eröffnet, der von einem Schlamassel in den nächsten rutscht. Derweil bereitet der teuflische Karybdus ein Ritual vor, welches zu einer bestimmten Mondphase ausgeführt werden muß: dem Mond der Spinne. Und dieses Ritual könnte das Ende der Welt einläuten, holt es doch den Spinnendämon Astrogha zurück in die Ebene der Sterblichen….

Eindruck:

Ein weiterer Diablo-Roman von Richard A. Knaak, und ebenso wie Band 1 und 3 spürt man sofort den Wiedererkennungseffekt bestimmter Kleidungsstücke und ganz besonders der Zauber, welche die Nekromanten und später auch die Zauberin anwenden. Die Atmosphäre ist düster, aber durch die Protagonisten Salene, Zayl und Humbart hat man immer positive Figuren, welche die Geschichte vorantreiben und den Leser mit in die Geschichte hineinziehen.

Dies ist ja bereits der zweite Roman mit dem Nekromanten Zayl als Hauptfigur, und ich bin sehr zufrieden, wie der Autor das Problem mit Zayl’s in Band 3 verlorener Hand gelöst hat – es passt eben sehr zu dem Charakter. Auch die Sprüche des belebten Schädels Humbart sind mal wieder genial. Es steht diesmal nicht das persönliche Überleben, sondern das Schicksal der gesamten Welt auf dem Spiel, und trotzdem hat mir eine Spur der Dramatik aus Band 3 gefehlt, sozusagen das Quentchen, das aus einem guten Buch ein geniales Buch macht. Vielleicht liegt es unter anderem daran, daß man eigentlich immer damit rechnet, daß Zayl irgendwie aus jedem Schlammassel wieder gut rauskommt.

Fazit:

Ein gutes Buch, eine spannende Story, ein extrem hoher Wiedererkennungswert mit den aus dem Spiel bekannten Zaubern – echte Diablo-Lektüre eben. Empfehlenswert!

4 von 5 Sternen.

 

Star Wars – Palast der dunklen Sonnen

Juni 14th, 2007

Vor kurzem habe ich endlich den vor längerer Zeit begonnenen Kurzgeschichtenband „Palast der dunklen Sonnen“ aus der Star Wars Reihe fertig gelesen.

Story: 

Das Buch enthält eine Sammlung von Kurzgeschichten, die sich alle rund um die Vorkommnisse in Jabba’s Palast am Anfang von Episode 6 drehen. Bei jeder der Geschichten steht eine andere Nebenfigur, die im Film mehr oder weniger kurz zu sehen war, im Mittelpunkt, z.B. der Rancor-Hüter, Bib Fortuna, die Max-Reebo-Band oder die dicke Tänzerin. Alle Geschichten sind dabei so geschickt miteinander verwoben, daß sie sich gegenseitig ergänzen, und erst durch das Lesen aller Geschichten gewinnt man einen (halbwegs) vollständigen Eindruck, was sich – abseits von Luke Skywalkers Rettungsmission für Han Solo – sonst noch in dem düsteren Gemäuer alles abspielt.

Manche Geschichten beginnen einige Zeit vor Episode 6 und enden noch während der Handlung des Films. Andere setzen während der Handlung ein und führen darüber hinaus. Immer jedoch stehen die Schicksale der jeweiligen Protagonisten im Vordergrund. Man erfährt, über welche verschlungenen Wege sie an diesen Ort gekommen sind und mit welchen Wünschen und Hoffnungen sie ihm zu entfliehen versuchen. Einigen von ihnen gelingt dies auch, anderen (leider) nicht. In jedem Fall geben die Autoren einen detaillierten Einblick in die Gefühle und Motive der Figuren, so daß ihre Handlungen und Motive nachvollziehbar sind.

Eindruck: 

Positiv ist auf jeden Fall zu bemerken, daß diese Kurzgeschichtensammlung perfekt aufeinander abgestimmt ist und sich die verschiedenen Handlungsstränge so genial überlappen, daß man meinen könnte, eine einzige große Geschichte mit verschiedenen Schwerpunkten zu lesen. Die meisten der einzelnen Geschichten sind handwerklich sauber und bauen diese seltsam düstere, beklemmende Stimmung auf, welche so gut zu Jabbas Palast passt. Der Aufbau ist dabei geschickt gewählt, so daß jede weitere Geschichte einen weiteren Teil des Gesamtpuzzles hinzufügt.

Negativ fällt im gleichen Atemzug auf, daß man die Geschichten „am Stück“ lesen sollte, und nicht mal diese, mal jene mit längeren Pausen dazwischen, da man den Gesamtzusammenhang sonst nicht richtig mitbekommt. Auch die vorgegebene Reihenfolge sollte eingehalten werden, da sich so der Zusammenhang erst langsam erschließt. Zwar kann man auch einzelne Geschichten separat lesen, allerdings ergeben einige Stories nur zusammen mit anderen einen komplexeren Sinn.

Fazit:

Ein schönes Buch, wenn man alle Geschichten hintereinander liest. Wer schon immer mal die Schattenseiten des Star Wars Universums kennenlernen wollte, für den bietet das Buch eine Fülle von Material (auch für’s Rollenspiel. 😉 Allerdings sollte man sich auch wirklich Zeit dafür nehmen und sich auf die düstere Stimmung einlassen, um das Buch vollständig genießen zu können. Also nichts für zwischendurch.

3 von 5 Sterne.