Archive for the ‘Filme’ Category

Astropia – Hier gelten andere Regeln

Donnerstag, Oktober 29th, 2009

Nachdem ich diesen Sommer die Rezension eines Films über Rollenspiel gelesen hatte, konnte ich es kaum erwarten, den Film selber zu sehen. 

Story:
Hildur ist ein Society-Girl, dessen Leben sich hauptsächlich um Klamotten, Schminke, Klatsch und Tratsch dreht. Daß ihr Freund, ein erfolgreicher Automakler, offenbar Dreck am Stecken hat, wird ihr erst bewusst, als er wegen Steuerhinterziehung verhaftet wird und sie mittellos auf der Straße sitzt. Auch ihre sogenannten Freundinnen aus der High-Society wollen plötzlich nichts mehr mit ihr zu tun haben.

In ihrer Not nimmt sie einen Job in einem Comic- und Rollenspielladen an, dem „Astropia“. Dieser ist sozusagen die zweite Heimat der Nerds und so treffen zwei gegensätzliche Welten aufeinander. Doch Hildur lässt sich nicht entmutigen und schafft es, den Laden auf Vordermann zu bringen. Zum Dank lädt der Ladenbesitzer sie zu einer Rollenspielrunde ein, damit sie auch kennenlernt, was sie den Leuten verkaufen soll. Wider Erwarten findet sie Gefallen daran und findet neue Freunde. Doch dann bricht ihr Ex-Freund aus dem Knast aus…

Meinung:
Filme über Rollenspiel oder Rollenspieler gibt es mittlerweile zwar einige, jedoch thematisieren die meisten eher die düsteren Aspekte wie den drohenden Realitätsverlust von geistig labilen Spielern (s. „Labyrinth der Monster“ oder „Heart of the Warrior“). Da ist es sehr erfrischend, einmal einen Film zu sehen, der das Rollenspiel als positiven Ansatz darstellt, um Konflikte auszutragen, Kreativität umzusetzen und – anders als bei den eingangs erwähnten Beispielen – daraus fürs Leben zu lernen. Eingebettet ist das Ganze in eine leichte Komödie, so daß auch Normalsterbliche den Zugang zum Film finden dürften.

Hier liegt dann auch einer der hauptsächlichn Kritikpunkte des Films: Er will alle Arten von Publikum ansprechen, sowohl Rollenspieler, die an den unzähligen Anspielungen auf mehr oder weniger bekannte Details ihres Hobbies ihre Freude haben werden, sowie das unbedarfte „Normalpublikum“, welches zumindest einen groben Einblick in die Rollenspielszene bekommt und feststellen kann, daß Rollenspieler eigentlich auch ganz normale Menschen sind. Hier wäre meines Erachtens noch etwas mehr Tiefe drin gewesen, auch ohne die Nicht-Rollenspieler zu überfordern.

Was sehr gut gelungen ist, sind die Szenen, wo das eigentliche Spiel an sich gezeigt wird, also die Spieler wirklich in die Rollen ihrer Charaktere schlüpfen. Auch aus diesem Part hätte man auch noch etwas mehr machen können, denn gerade für Rollenspieler, die Filme wie „The Gamers“ kennen, könnte dieser Teil ein wenig kurz ausfallen. Gegen Ende wird es dann ein wenig abgedreht, (ACHTUNG: SPOILER!) als Hildur von ihrem Ex-Freund entführt wird und die Perspektive in die Rollenspielsicht wechselt, um zu zeigen, wie ihre Freunde in Form ihrer jeweiligen Rollenspielcharaktere ihr zu Hilfe eilen.
Ich persönlich finde es einen für diesen Film akzeptablen Kunstgriff, um das Finale actionreich und (aber)witzig in Szene zu setzen, immerhin ist das Ganze eine Kommödie, die mit diversen Klischees spielt.

Fazit:
Astropia ist ein gelungener Film über Rollenspiel, der zeigt, daß unser Hobby auch positive Seiten hat, und darüber hinaus auch für „Normalsterbliche“ zugänglich bleibt. Von daher wundert es nicht, daß der Film in seiner Heimat Island sehr erfolgreich war.
Als zusätzliches Gimmick liegt dem Film übrigens ein Rollenspiel-Einführungsbüchlein bei und auf der DVD selber sind in PDF-Form die Einführungsregelwerke der verbreitetsten Rollenspiele Deutschlands – Das Schwarze Auge, Shadowrun und Cthulhu – mit dabei, damit auch Neulinge einmal ausprobieren können, wie es ist, in die Haut eines Helden zu schlüpfen.

4 von 5 Sternen.

Iron Man

Dienstag, Mai 20th, 2008

Wow, so lange nicht mehr im Kino gewesen…

Story:
Der Film beginnt mit einem Knaller: Der exzentrische, versoffene und selbstverliebte Waffenproduzent Tony Stark wird bei einer Vorführung seiner neuesten Waffenkollektion in Afghanistan überfallen und durch eine seiner eigenen Granaten tödlich verwundet. Nur ein Elektromagnet, den ein findiger Arzt in seine Brust implantiert, hält die tödlichen Schrapnellsplitter von seinem Herzen fern. Supererfinder Stark macht aus dieser Not eine Tugend und baut sich aus Schrotteilen einen Mini-Reaktor, der nicht nur sein Leben erhält, sondern auch noch genügend Energie übrig hat, um eine metallene Rüstung mit Energie zu versorgen, die es ihm ermöglicht, aus der Gefangenschaft der afghanischen Terroristen zu entkommen.

Zurück in Amerika hat sich Stark auch innerlich gewandelt und will damit aufhören, Kriegswaffen zu bauen, aber die Vorstände seines Firmenimperiums haben da andere Pläne und beurlauben ihn kurzerhand. Das hält den cleveren Erfinder natürlich nicht davon ab, im Geheimen seine fliegende Metallrüstung weiterzuentwickeln, die er dann auch dringend braucht, als seine Feinde das Katz-und-Maus-Spiel satthaben und es zum dramatischen Showdown kommt…

Eindruck:
Erster Eindruck: Mal wieder so ’ne Superheldencomicverfilmung. Können die sich nichts anderes überlegen?
Zweiter Eindruck: Toller Held, so ein arrogantes Arschloch will doch keiner haben!

Und dann legt der Film richtig los! Und ist erfrischend anders als die üblichen Superhelden-/Comicverfilmungen. Das liegt zum einen an Schauspieler Robert Downey Jr. und seiner Rolle des Tony Stark, der sich selbst zu keiner Sekunde wirklich vollkommen ernst nimmt. Ob er nun die große Autobatterie seines Lebenserhaltungssystems mit sich spazierenträgt, in seiner Werkstatt erste Prototypen seiner Flugstiefel testet, die ihn mit ihrer Schubkraft erstmal gegen die Decke knallen lassen oder er beim ersten Start sein eigenes Haus ramponiert, immer hat er einen flotten Spruch auf Lager, der die Situation entspannt und ihm (im Kino, nicht im Film) einen Lacher garantiert.

Im Endeffekt sind es auch diese kleinen Dinge, die den Lebemann Stark sympathisch werden lassen und den Zuschauer im Laufe des Films an die Figur binden. Zwar macht der Charakter im Film auch eine Veränderung durch, aber die ist bei weitem nicht so gravierend, und im Endeffekt macht ihn das ebenso sympathisch. Er will gar nicht dieser selbstlose, edle Superheld sein. Er will cool sein und sicherstellen, daß auch alle wissen, wie cool er ist.

Zum Plot: Dieser wirkt, im Gegensatz zu anderen Genrevertretern, nicht aufgesetzt und gegen Ende wird das ganze Ausmaß der Verschwörung sichtbar, so daß die Story einen runden, abgeschlossenen Bogen bildet. Die Effekte sind (erwartungsgemäß) super und trotzdem recht gezielt eingesetzt, so daß sie den Zuschauer nicht völlig erschlagen.

Fazit:
Neben einigem Superhelden-Müll, der die letzten Jahre produziert wurde, endlich mal wieder ein gelungener Film über einen etwas anderen Superhelden. Gerade durch seine Fehler und seine Selbstironie wird Protagonist Tony Stark zum Sympathieträger und zieht den Film somit recht mühelos über das Mittelmaß hinaus. Meines Erachtens hätte wirklich nur ein Quentchen mehr von allem gefehlt, um den Film zur absoluten Spitze zu katapultieren.

4 von 5 Sternen.

10.000 B.C.

Mittwoch, März 19th, 2008

Schon ein Weilchen her, seit der Film im Kino war, aber manchmal braucht man ein wenig Zeit, bis man sich um solche „unwichtigen“ Dinge adäquat kümmern kann.

 Story:
In grauer Vorzeit: D’Leh, ein Junge aus einem Stamm von Mammutjägern, die in einer kahlen Bergwelt ihr Dasein fristen, verliebt sich in ein Mädchen, welches als Einzige ein Massaker von Unbekannten an ihrem Stamm überlebt hat. Jahre später soll sie dem neu zu kürenden Häuptling des Stammes als Braut versprochen werden, der bei der alljährlichen Jagd auf die Mammutherde ermittelt wird. Mehr durch Zufall und Tollpatschigkeit, als durch Mut und Geschick, gelingt es D’Leh, den Leitbullen der Mammuts zu töten und seine Angebetete zu gewinnen. Jedoch wird er von Selbstzweifeln geplagt, da sein Vater vor Jahren den Stamm verlassen hat und nie zurückgekehrt ist.

Inzwischen wird die Siedlung von Sklavenjägern überfallen und alle fähigen Jäger und D’Leh’s Angebetete werden verschleppt. Der Stamm scheint dem Untergang geweiht. Da entschließt sich D’Leh, den Fremden zu folgen und seine Kameraden (und sein Mädchen) aus ihren Klauen zu befreien. Begleitet wird er von seinem Mentor, einem Freund und einem kleinen Jungen. Was folgt, ist eine grandiose Odyssee über die verschneiten Berggipfel in einen urzeitlichen Dschungel, in dem Dinosaurier (Velociraptoren, um genau zu sein) durch das Gebüsch streifen, über eine karge Steppe in heißere Gefilde Afrikas, wo die dunkelhäutigen Bewohner in Furcht vor Säbelzahntigern leben, bis hin zu einer prä-ägyptischen Zivilisation, welche die gefangenen Sklaven zum Bau ihrer monumentalen Pyramiden benutzt. Diese werden von einem „Gott“ regiert, der seine Sklaven niemals wieder hergeben will. Da zettelt D’Leh einen Aufstand an…

Eindruck:
Die Bilder sind monumental, die Kulissen bombastisch, die Effekte umwerfend. So etwas sind wir von Roland Emmerich, der uns ja schon mit Stargate, Independence Day und Godzilla wahre Effektgewitter vorgesetzt hat, schon gewohnt. Die Ausstattung ist toll, die Stimmung überwältigend, die Kostüme recht authentisch. OK, wenn ich schon so anfange, dann fehlt doch iregendwas, richtig?

Genau, eine vernünftige Story! Mal ehrlich, die Geschichte von der entführten Freundin, welcher der Held über Berge und Flüsse, durch Dschungel und Täler, über Ebenen und Steppen und sogar durch die Wüste hindurch folgt, ist zwar romantisch, aber abgelutscht. Auch die Selbstzweifel des Helden und sein allmähliches Reifen, sowie die (sehr späte) Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, sind nichts wirklich neues. Die Side-Story mit dem verschwundenen Vater, von dem jeder denkt, er hätte den Stamm verraten, hatten wir auch schon dutzende Male in diverser Form.

Was dann noch bestenfalls kurios auffällt, ist die Tatsache, daß der Held aus nördlich gelegenem Gebirge stammt, nach Süden geht, einen Dschungel, dann eine Steppe, dann die Wüste durchquert, um dann an der Mündung eines Flusses (der ziemlich nach Nil aussieht) in ein Meer (könnte das Mittelmeer sein) ungefähr die großen Pyramiden von Gizeh (oder zumindest sehr ähnliche Pyramiden) vorzufinden. OK, nichts gegen die Theorie, daß die Welt früher ein zusammenhängender Kontinent war, der erst später auseinandergedriftet ist. Trotzdem will mir die Reihenfolge des Terrains nicht so ganz Sinn machen.

Auch sprechen viele Leute dieselbe Sprache wie der kleine Mammutjägerstamm aus dem hintersten Winkel der Welt. Man versteht einander, und nicht überall ist erklärbar, warum und wie einzelne Leute die Sprache aller einheimischen Stämme Afrikas sprechen, usw. Ich könnte noch weitermachen, aber ich glaube, der Punkt ist klar.

Fazit:
Der Film ist mit seiner monumental-bombastischen Optik auf jeden Fall was fürs Auge, und wenn man das Gehirn dabei auf Sparflamme schaltet, kann man dieses Stück Popcorn-Kino auch gefahrlos genießen. Viel Anspruch sollte man allerdings nicht erwarten. Ach ja, und einige Dinge mit dem Gott und den Pyramiden erinnern auch ein wenig an Stargate – wen wundert’s, ist ja schließlich derselbe Regisseur.
3 von 5 Sternen.

Aliens vs. Predator 2

Freitag, Januar 25th, 2008

Selten haben meine Frau und ich einem Film so entgegengefiebert wie AvP2. Wir haben es uns dann auch nicht nehmen lassen und den lange ersehnten Streifen in der Vorpremiere am 26. Dezember angeschaut. Was ich gesehen hatte, musste ich allerdings erstmal verdauen, daher die Rezension ein wenig später.

Story:
Die Story ist recht schnell erzählt: Am Ende von AvP1 sammeln die Predatoren in der Antarktis ihren gefallenen Kameraden ein und fliegen ab. Was dort allerdings nur als Teaser zu sehen war, wird der Aufhänger des Sequels: Der unglückliche Predator war leider Opfer eines Facehuggers geworden, der den Tod des Wirtskörpers überlebt hat und – kaum ist das Raumschiff in der Umlaufbahn – aus dem Körper schlüpft, um unter der Besatzung Tod und Chaos anzurichten. Als unvermeidbare Folge davon stürzt das Raumschiff ab, und zwar mitten in Nordamerika. Leider hatten die Predatoren eine erkleckliche Anzahl von Facehuggern in Stasekammern dabei, die den Absturz nicht nur überleben, sondern auch gleich die heimische Fauna (also die Menschen) befruchten und so für Nachschub an Aliens sorgen.

Das bekommt auch ein einzelner Predator auf seiner Heimatwelt mit, und anstatt mehrere Artgenossen zu Hilfe zu holen, erkennt er sofort den Nervenkitzel, den diese Jagd mit sich bringen könnte, und bricht alleine auf, um die freilaufenden Aliens zu eliminieren. Leider ist er – dank interstellarer Zeitverschiebung – ein wenig zu spät dran, und so haben die findigen Aliens bereits ihren Weg in die Kanalisation einer nahen Kleinstadt gefunden, wo alsbald die Hölle auf Erden ausbricht und Menschen einmal mehr zeigen, zu wieviel Schwachsinn sie fähig sind, wenn sie in kopfloser Panik vor irgend etwas davonlaufen müssen.

Und als wäre das alles noch nicht genug, hat auch das aus dem Predator geborene „Predalien“ überlebt, welches die normalen Viecher an Intelligenz und Bösartigkeit noch bei weitem übertrifft….

Eindruck:
Als ich das erste Mal hörte, daß Alien vs. Predator verfilmt werden sollte, war ich sehr skeptisch. Als Fan beider Filmreihen kannte ich die Eigenheiten der Filme und ihrer „Helden“ bzw. „Monster“ natürlich genau, und diese aufeinander abzustimmen, ohne dabei eine der drei Parteien Aliens, Predatoren und Menschen komplett zu vernachlässigen, war ein anspruchsvoller Job. Der erste AvP-Film hat diesen nicht nur gut und plausibel gelöst, sondern auch eine Interaktion zwischen den Spezies ermöglicht, und so den Sprung von einem passablen zu einem guten Film geschafft, auch wenn noch ein Quentchen mehr drin gewesen wäre.

AvP2 wartet mit einer plausiblen Hintergrundgeschichte auf. Der Absturz des Schiffes als logische Konsequenz aus Teil 1 ist sehr gut nachvollziehbar. Es ist auch nur logisch, daß die Facehugger und Aliens auch nicht vor kleinen Kindern halt machen, um sich fortzupflanzen oder zu ernähren – es wäre im Gegenteil schon unglaubwürdig gewesen, dies nicht zu thematisieren. Es ist nachvollziehbar, daß nur ein einzelner Predator zu der Säuberungsaktion aufbricht, weil er das ganze als Herausforderung an seine jägerischen Fähigkeiten sieht, die zu beweisen die natürliche Lebensweise der Predatoren darstellt. Auch die Reaktionen der Menschen durch den ganzen Film hinweg sind nachvollziehbar. Die Panik und das (teilweise blinde) Vertrauen in die Regierung – alles macht Sinn, ist logisch, nachvollziehbar, glaubhaft.

Wenn ich das schon betone, dann muß ja auch ein „Aber“ kommen! Hier bittesehr:
Ich finde den Film einfach nur lahm! Ich fand die Alien-Filme, und das meiste gilt auch für AvP1, immer interessant, weil sie eben NICHT auf der Erde, NICHT in bevölkerungsreichen Gebieten, NICHT mit hauptsächlich „normalen“ Leuten gespielt haben. Die Aliens haben immer SPEZIALISTEN zerpflückt, und es mussten praktisch immer SPEZIALISTEN an ihre Grenzen gehen, um gegen die Viecher zu bestehen. Genauso bei Predator 1, der einen Elite-Rangertrupp oder Predator 2, der einen Elite-Polizei/FBI-Trupp zerlegt.

Und hier, bei AvP2, geht es gegen stinknormale Menschen. Und die überleben sogar noch zum Teil! Klar, sie werden dezimiert, und dazu noch total sinnlos! Es sah zwar cool aus, wie der Predator zwei menschlichen Idioten die Köpfe wegballert, aber war es notwendig? Nein! Und war es notwendig, daß die Freundin des Protagonisten in das coole Wurfmesser des Predators hineinläuft und stirbt? Nein! Und ich könnte weitermachen mit solchen Beispielen.

In diesem Film kommen Menschen, Aliens und Predatoren vor, aber bis auf ein wenig Geballere bleibt der Predator recht farblos und für sich. Und seine Interaktion mit den Menschen beschränkt sich auch darauf, einige von ihnen umzubringen. Hallo? Ich wollte nicht einen Film sehen, wo halt alle drei Spezies vorkommen, ich wollte einen Film sehen, wo alle drei Spezies miteinander interagieren! Doch das habe ich irgendwie vermisst. Stattdessen langweilt der Film mit der verkorksten Beziehung eines Pizzalieferanten zu seiner Möchtegern-Highschool-Freundin, die ihr Hirn den ganzen Film über konsequent ausgeschaltet lässt und deren unnötiger Tod einen daher auch nicht wirklich berührt. Oder mit der problematischen Beziehung zwischen der Army-Soldatin und ihrem Kind, das vom Vater aufgezogen wurde. Kaum taucht das Alien auf, ist die Entfremdung zur Mutter vergessen und das Kind folgt ihr überallhin.
Wenn es eh keine Rolle spielt, wozu für die Hintergrundstory dann Filmminuten opfern, von denen es eh zuwenige gibt?

Fazit:
Praktisch alles, was an AvP1 gut war, wurde bei der Fortsetzung konsequent ignoriert oder entfernt, so daß nur noch ein unterdurchschnittlicher „Außerirdische Monster legen amerikanische Kleinstadt in Schutt und Asche“-Film dabei rauskommt. Sowas hat man schon oft genug gesehen und kann es eigentlich auch oft genug vergessen. Unwillkürlich musste ich AvP2 mit dem trashigen „Klassiker“ „Critters“ vergleichen, wobei letzerer noch ein wenig Humor hatte, da er sich selbst zu keinem Zeitpunkt völlig ernst nimmt.
Ja, AvP2 ist ziemlich realistisch und plausibel gemacht, aber vielleicht ist genau das die große Schwäche des Films: Er bemüht sich mehr um Realismus und Plausibilität und vermeidet es konsequent, ordentliche Spannung aufzubauen. Auch die Protagonisten sind nicht wirklich Identifikationsfiguren, auch wenn sich der Regisseur Mühe gegeben hat, ihre von Schicksalsschlägen gebeutelten Leben als Sympathiefaktor einzubringen. Der Funke will bei mir einfach nicht überspringen.
Das Predalien wäre allein schon einen Film wert gewesen, aber dieses taucht nur in wenigen Szenen auf und fristet ebenfalls ein Randgruppendasein, genauso wie sein Gegenstück, der einsame Predator, der zwar einige coole Szenen hat, aber in manchen Szenen auch irgendwie deplatziert wirkt.

Ich bin sehr enttäuscht von Aliens vs. Predator 2. Für diesen lahmen Film gebe ich daher nur 2 von 5 Sternen.

Schwerter des Königs – Dungeon Siege

Mittwoch, Dezember 19th, 2007

Vor einigen Tagen war ich mal wieder im Kino und hab mir Dungeon Siege angetan. Nachdem ich das Spiel zumindest mal ein Stück weit gespielt hatte, war ich natürlich recht interessiert, zu sehen, wie das Ganze umgesetzt wurde. Regisseur Uwe Boll steht ja in dem Ruf, bereits mehrere Game-Adaptionen verhunzt zu haben, und ich war gespannt, ob er seinem Ruf wieder gerecht wurde.

Story:
Der Bauer „Farmer“ lebt friedlich mit Frau und Kind auf seinem eigenen Bauernhof in einem entlegenen Winkel des Landes Ehb. Doch die Idylle wird eines Tages jäh gestört, als bewaffnete Horden der Krugs einfallen und mordend und brandschatzend eine Spur der Verwüstung ziehen. Auch die Familie von Farmer wird nicht verschont, seine Frau entführt und sein Sohn getötet. Der Bauer mit der mysteriösen Vergangenheit und den hervorragenden Kampfkünsten schwört blutige Rache.

Wie sich herausstellt, steckt der üble Schwarzmagier Gallian hinter der plötzlichen Kampfeslust der primitiven Krugs, und auch der Neffe von König Konreid hat es recht eilig damit, den Thron von seinem Onkel zu übernehmen. Derweil rüstet sich Farmer zusammen mit seinem treuen Freund Norrik und dem königlichen Hofmagier Merick, der als Einziger die wahre Herkunft Farmers kennt, zum finalen Kampf. Eine gewaltige Schlacht entbrennt…

Eindruck:
Fangen wir mit dem Wiedererkennungswert gegenüber dem Spiel an. Der Einstieg in den Film ist fast genau so gehalten wie im Spiel: Man startet als einfacher Farmer im hinterletzten Winkel von Ehb, wird plötzlich überfallen und muß sich durch die Wildnis zu seinen Nachbarn durchkämpfen und diese vor den Horden der Krugs beschützen. So weit, so gut. Ab hier geht der Film dann aber größtenteils andere Wege und präsentiert einen recht actionlastigen Verlauf der Reise Farmers, sowie immer wieder zwischendurch die Fährnisse der anderen Protagonisten. Neben ein- zwei Anspielungen auf Örtlichkeiten aus dem Spiel, bleibt die Handlung aber recht oberflächlich.

Das ist in diesem Fall sowohl wörtlich, als auch im übertragenen Sinne zu verstehen. Im Gegensatz zum Spiel Dungeon Siege, bei dem man oft stundenlang durch irgendwelche „kleinen“ Dungeons kriecht, um z.B. am Ende 100 Meter hinter einer eingestürzten Mauer wieder aufzutauchen, spielt fast die gesamte Handlung des Films oberirdisch. Lediglich die Festung des Schwarzmagiers ist ein Dungeon, aber auch bei diesem kommt nicht wirkliches „Dungeon-Feeling“ auf. Ob das schlimm oder gut ist, muß jeder selber entscheiden.

Die Handlung an sich ist aber auch recht simpel und folgt eigentlich so ziemlich allen gängigen Fantasy-Klischees seit der Erstausgabe von Herr der Ringe: Der Held will eigentlich nur sein einfaches Leben leben, seine Familie wird dezimiert, seine Frau entführt, er versammelt Gefährten um sich, die ihm helfen, ihm wird offenbart, daß er ein noch bedeutenderes Schicksal zu erfüllen hat, als nur Bauer zu sein etc. Nebenbei ist eine Verschwörung zum Sturz des Königs im Gange, ein verwunschener Wald mit seltsamen Bewohnern spielt eine Rolle, ein böser Schwarzmagier, der einfach nur machtgierig ist, will die Welt unterwerfen und bedient sich dabei geistig minderbemittelter Wesen, die er vollkommen unter seiner Fuchtel hat und sein Versteck ist eine riesige Minenanlage in einem Berg. Hat man alles schonmal irgendwo gehört, gelesen oder gesehen.

Kommen wir zur Optik. Die ist wirklich grandios geworden. Die Zaubersprüche der Magier sind ansprechend umgesetzt worden, die imposanten Landschaften und Bauwerke sind stimmungsvoll in Szene gesetzt (und entsprechen auch in etwa den Designs aus dem Spiel), und dank schneller Schnitte und interessanter Kampfchoreographien kommt auf jeden Fall die Action immer gut rüber.

Die Riege der Schauspieler liest sich wie ein Who-is-Who der besten Action- bzw. Abenteuerfilme: Jason Statham, Ron Perlman, Burt Reynolds, Ray Liotta und nicht zuletzt John-Rhys Davies sind eigentlich Schauspieler der Spitzenklasse. Also müsste der Film demzufolge auch Spitzenklasse sein, oder?
Naja, nicht so ganz. Die Optik, die Actionszenen und die Schauspieler können leider nicht über eine ausgelutschte Story hinwegtäuschen, die bar jeglicher Kreativität oder Überraschungen ist. Einige Teile der Story wirken darüber hinaus noch sehr konstruiert, und die Abstammung von Dungeon Siege ist dem Film auch nur bruchstückhaft anzumerken. Man müsste einfach nur die Namen austauschen und hätte einen x-beliebigen Fantasyfilm ohne Bezug zu irgend einer vorhandenen Spielwelt.

Fazit:
Mit einem besseren Drehbuch (und Regisseur) hätte der Film das Potential zu einem echten Hit gehabt. Schauspieler, Kostüme, Ausstattung, Kulissen, Effekte, Choreographie sind alle top, können den Film insgesamt aber leider nicht vor dem Abrutschen ins Mittelmaß retten.
Wer einen actionlastigen Fantasyfilm mit toller Optik sehen will und keine hohen Ansprüche an Story stellt, ist mit Dungeon Siege jedoch bestens bedient.

3 von 5 Sternen.