Schon ein Weilchen her, seit der Film im Kino war, aber manchmal braucht man ein wenig Zeit, bis man sich um solche „unwichtigen“ Dinge adäquat kümmern kann.
Story:
In grauer Vorzeit: D’Leh, ein Junge aus einem Stamm von Mammutjägern, die in einer kahlen Bergwelt ihr Dasein fristen, verliebt sich in ein Mädchen, welches als Einzige ein Massaker von Unbekannten an ihrem Stamm überlebt hat. Jahre später soll sie dem neu zu kürenden Häuptling des Stammes als Braut versprochen werden, der bei der alljährlichen Jagd auf die Mammutherde ermittelt wird. Mehr durch Zufall und Tollpatschigkeit, als durch Mut und Geschick, gelingt es D’Leh, den Leitbullen der Mammuts zu töten und seine Angebetete zu gewinnen. Jedoch wird er von Selbstzweifeln geplagt, da sein Vater vor Jahren den Stamm verlassen hat und nie zurückgekehrt ist.
Inzwischen wird die Siedlung von Sklavenjägern überfallen und alle fähigen Jäger und D’Leh’s Angebetete werden verschleppt. Der Stamm scheint dem Untergang geweiht. Da entschließt sich D’Leh, den Fremden zu folgen und seine Kameraden (und sein Mädchen) aus ihren Klauen zu befreien. Begleitet wird er von seinem Mentor, einem Freund und einem kleinen Jungen. Was folgt, ist eine grandiose Odyssee über die verschneiten Berggipfel in einen urzeitlichen Dschungel, in dem Dinosaurier (Velociraptoren, um genau zu sein) durch das Gebüsch streifen, über eine karge Steppe in heißere Gefilde Afrikas, wo die dunkelhäutigen Bewohner in Furcht vor Säbelzahntigern leben, bis hin zu einer prä-ägyptischen Zivilisation, welche die gefangenen Sklaven zum Bau ihrer monumentalen Pyramiden benutzt. Diese werden von einem „Gott“ regiert, der seine Sklaven niemals wieder hergeben will. Da zettelt D’Leh einen Aufstand an…
Eindruck:
Die Bilder sind monumental, die Kulissen bombastisch, die Effekte umwerfend. So etwas sind wir von Roland Emmerich, der uns ja schon mit Stargate, Independence Day und Godzilla wahre Effektgewitter vorgesetzt hat, schon gewohnt. Die Ausstattung ist toll, die Stimmung überwältigend, die Kostüme recht authentisch. OK, wenn ich schon so anfange, dann fehlt doch iregendwas, richtig?
Genau, eine vernünftige Story! Mal ehrlich, die Geschichte von der entführten Freundin, welcher der Held über Berge und Flüsse, durch Dschungel und Täler, über Ebenen und Steppen und sogar durch die Wüste hindurch folgt, ist zwar romantisch, aber abgelutscht. Auch die Selbstzweifel des Helden und sein allmähliches Reifen, sowie die (sehr späte) Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, sind nichts wirklich neues. Die Side-Story mit dem verschwundenen Vater, von dem jeder denkt, er hätte den Stamm verraten, hatten wir auch schon dutzende Male in diverser Form.
Was dann noch bestenfalls kurios auffällt, ist die Tatsache, daß der Held aus nördlich gelegenem Gebirge stammt, nach Süden geht, einen Dschungel, dann eine Steppe, dann die Wüste durchquert, um dann an der Mündung eines Flusses (der ziemlich nach Nil aussieht) in ein Meer (könnte das Mittelmeer sein) ungefähr die großen Pyramiden von Gizeh (oder zumindest sehr ähnliche Pyramiden) vorzufinden. OK, nichts gegen die Theorie, daß die Welt früher ein zusammenhängender Kontinent war, der erst später auseinandergedriftet ist. Trotzdem will mir die Reihenfolge des Terrains nicht so ganz Sinn machen.
Auch sprechen viele Leute dieselbe Sprache wie der kleine Mammutjägerstamm aus dem hintersten Winkel der Welt. Man versteht einander, und nicht überall ist erklärbar, warum und wie einzelne Leute die Sprache aller einheimischen Stämme Afrikas sprechen, usw. Ich könnte noch weitermachen, aber ich glaube, der Punkt ist klar.
Fazit:
Der Film ist mit seiner monumental-bombastischen Optik auf jeden Fall was fürs Auge, und wenn man das Gehirn dabei auf Sparflamme schaltet, kann man dieses Stück Popcorn-Kino auch gefahrlos genießen. Viel Anspruch sollte man allerdings nicht erwarten. Ach ja, und einige Dinge mit dem Gott und den Pyramiden erinnern auch ein wenig an Stargate – wen wundert’s, ist ja schließlich derselbe Regisseur.
3 von 5 Sternen.