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Nightwish-Konzert in Stuttgart

Montag, Februar 25th, 2008

Am 24.02.2008 in der Hans-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart.

Seit das neue Nightwish-Album letzten Herbst herausgekommen ist, hatte ich diesem Tag entgegengefiebert: Einmal Nightwish live sehen. Von einigen Freunden hatte ich schon gehört, daß Nightwish live einfach gigantisch wären, nun wollte ich dies selbst miterleben. Gesagt, getan. Zusammen mit einigen Bekannten, die auch die Karten besorgt hatten, brachen wir auf nach Stuttgart in die Schleyerhalle. Insgesamt waren wir 11 Leute, darunter einige finnische Fans, aber im Zustrom der Leute (angenehmerweise kein Gedrängel) verloren wir uns teilweise wieder aus den Augen.

Die Halle:
Im Gegensatz zu anderen Nightwish-Konzerten der „European Passion Play 2008“-Tour war Stuttgart nicht ausverkauft, und ein wenig fiel das auch auf. Die Sitzplätze an den Seiten der Halle waren nicht voll besetzt, und auch im hinteren Teil des Innenraums gab es wohl kein großes Gedränge. Wir hatten das Glück, recht weit vorne stehen zu können, und zumindest bei meiner durchschnittlichen Körpergröße hatte ich, vor allem gegen Schluß, nur wenige große Leute vor mir, so daß ich gerade Nightwish dann sehr gut auch sehen konnte. Kommen wir zu den Vorgruppen:

Krieger:
Die erste Vorgruppe waren „Krieger“, eine vier Mann starke, deutsche Band, die Industrial Rock mit Metal kombinieren und deutsche Texte dazu singen. Klingt eigentlich ganz gut soweit? Wäre es sicher auch gewesen, aber die Jungs haben es mit der Lautstärke ETWAS übertrieben! Ich meine, wenn ich auf ein Rock/Metal-Konzert gehe, dann erwarte ich nicht gerade ein Kammerorchester, aber wenn bei den Eröffnungsriffs die halbe Halle sich die Ohren zuhalten muss, weil die Schmerzschwelle überschritten wird, und die folgenden Lieder insbesondere durch die Stimme des Sängers so weitermachen, daß man nach der Band erstmal fast taub ist, leidet der ansonsten nicht unbedingt schlechte Eindruck ein wenig. Wäre die Lautstärke einen Tick runtergedreht worden, die Gruppe wäre gut angekommen, vor allem da die Musik an sich interessant klingt. Allerdings ist gestern niemand wirklich mit der Band warm geworden. Naja, wenigstens weiß ich jetzt, wie es sich anfühlt wenn ein Bass-Boost mit voller Wucht durch einen hindurchfegt. 😉
Fazit: 2 von 5 Sternen für Krieger.

Pain:
Als zweite Supportgruppe für den Hauptact spielten „Pain“, eine schwedische Band um Frontmann Peter Tägtgren. Was auf den ersten Blick auffiel: Im Gegensatz zu den kurzhaarigen bzw. glatzköpfigen „Kriegern“ hatten hier alle Musiker die typischen langen Metall-Mähnen. 😉 Und auch im akustischen Feld waren sie definitiv anders. Nicht ganz so laut, dafür aber umso intensiver, mit eingängigen Melodien und Texten schafften sie es, das Publikum anzuheizen.
Fazit: 4 von 5 Sternen für Pain.

Nightwish:
Nach einer etwas längeren Umbauphase konnte man spüren, wie die Spannung in der Halle wuchs. Und dann – endlich – kamen Nightwish auf die Bühne. Und rockten von der ersten bis zur letzten Sekunde!
Nach dem Opener „Bye bye beautiful“ (Track 2 vom aktuellen Album „Dark Passion Play“), ging es gleich mit „Cadence of her last breath“ weiter, bevor Anette Olzon erstmal „Hallo“ sagte und die Fans auf Deutsch(!) begrüßte, was natürlich einen Begeisterungssturm durch die Halle toben ließ. Danach konnte man sie mit „Dark Chest of Wonders“ erstmals einen Song eines älteren Nightwish-Albums performen hören, und ich muß sagen, daß mir auch hier ihre etwas andere Stimmfarbe gegenüber Tarja sehr gefallen hat. Schlag auf Schlag ging es weiter, u.a. mit „Whoever brings the Night“, „Amaranth“ und „The Islander“.

Zielgerichtet steuerte Nightwish auf den Höhepunkt ihrer Show zu: das Mammutwerk „The Poet and the Pendulum“, welches als Track 1 das aktuelle Album eröffnet. Umgesetzt wurde es mit Lightshow und Pyrotechnik, die gut und dosiert eingesetzt wurde, und somit den epischen Charakter des Stücks gekonnt unterstrich, anstatt davon abzulenken. Auch sonst wurden Effekte sinnvoll und passend eingesetzt, ohne daß sie jemals zum Selbstzweck verkommen wären. Kompliment an Nightwish und ihre Crew! 🙂

Eines der extrem wenigen „richtig alten“ Lieder von Nightwish, das gespielt wurde, war der Klassiker „Wishmaster“ (Ich bin der Meinung, es wurde noch ein weiteres gespielt, kann mich aber beim besten Willen nicht mehr an den Titel erinnern.) Dieses Lied durfte natürlich nicht bei einem Nightwish-Konzert fehlen. Hier konnte man allerdings auch recht deutlich den stimmlichen Unterschied zwischen Tarja und Anette feststellen. Während Tarja’s Stimme mühelos bis in die höchsten Noten kletterte, wurde doch deutlich, daß Anette diese extreme Tonlage nicht treffen konnte. Dafür war ihre etwas tiefere Interpretation des Stückes mal eine willkommene Abwechslung von der Opernarie Tarja’s, finde ich. 🙂

Was nicht gespielt wurde, waren die ganzen Balladen und langsamen Stücke (mit Ausnahme von „The Islander“). Es kamen noch „Sahara“, „Nemo“ und „7 Days to the Wolves“ hinzu (eventuell habe ich auch ein oder zwei Stücke vergessen, aber man möge es mir nachsehen: Ich war einfach nur begeistert und verschlang jeden Augenblick des Konzerts!), bis die Finnen schließlich mit dem furiosen „Wish I had an Angel“ ihre Show abschlossen.

Fazit:
Auch wenn die Halle nicht ganz ausverkauft war, Nightwish waren super drauf und der Funke sprang auf die Zuschauer über, die bei jedem Stück begeistert applaudierten und mitklatschten. Es war einfach genial und ich kann Nightwish live nur jedem empfehlen, der ihrer Musik etwas abgewinnen kann.
5 von 5 Sternen für Nightwish!