Am Montag habe ich es mal wieder ins Kino geschafft und einen der Filme angeschaut, auf die ich schon längere Zeit gewartet und mich gefreut hatte: Resident Evil Teil 3.
Story:
Der tödliche T-Virus, der in Raccoon City ausgebrochen war, hat sich über die ganze Erde verteilt und die Menschheit fast ausgelöscht. Nur wenige Handvoll Überlebende kämpfen sich durch unfruchtbare Wüstengebiete, zu denen der T-Virus große Teile der Welt gemacht hat.
Ein solcher Konvoi von Überlebenden quer durch die USA wird von Claire Redfield angeführt und von Carlos Oliviera und L.J. aus Teil 2 begleitet. Sie müssen ständig in Bewegung bleiben, verfolgt von den lebenden Toten, die ihre kleine Gruppe immer weiter dezimieren. Da treffen sie auf Alice, die ebenfalls überlebt hat, indem sie sich vor den Umbrella-Satelliten versteckt hielt, die nach ihr suchten. Ihre latenten psychokinetischen Kräfte, die sie dank Umbrellas Experimenten besitzt, treten mittlerweile deutlich zutage, und manchmal kann sie sie sogar kontrollieren. Gemeinsam wollen sie die Überlebenden an den scheinbar einzigen Ort ohne Zombies bringen: Alaska.
Doch auch die böse Umbrella Corporation hat die Seuche überlebt und die skrupellosen Wissenschaftler unter Leitung von Dr. Isaacs und Albert Wesker forschen mit allen Mitteln, um aus der Situation doch noch Profit zu schlagen. Isaacs hat zu diesem Zweck Klone von Alice erschaffen, mit deren Hilfe er ein Serum entwickeln will, um die hirnlosen Zombies zu billigen Arbeitskräften zu machen. Als diese Versuche fehlschlagen, stossen die Umbrella-Satelliten auf die Spur der echten Alice – und sie stellen ihrer kleinen Gruppe eine tödliche Falle…
Meinung:
Naja, so richtig vom Hocker gehauen hat mich dieser dritte Teil nicht. Zwar werden diesmal ganze Armeen von Zombies durch den Fleischwolf gedreht und Blut und Eingeweide spritzen im Sekundentakt über die Leinwand, aber irgendwie will nicht so der Funke überspringen. Während die beiden anderen Filme bei Nacht spielten, und allein schon durch die schummrige Beleuchtung für eine Gänsehautstimmung sorgten, bei der man in jedem dunklen Schatten allein vor einem einzigen Zombie schreiend davongelaufen wäre (was man bei der beengten Räumlichkeit der ersten beiden Teile schlecht konnte), spielt sich diesmal die meiste Action unter gleißender Wüstensonne und bei Tageslicht auf schier endlosen Ebenen ab. Sicher, das Wüstenszenario ist nicht zu weit hergeholt, durch den T-Virus begründet und erzeugt auch eine melancholische, einsame Grundstimmung. Dennoch gehört die Dunkelheit und die räumliche Beengtheit meiner Meinung nach zum typischen Resident Evil Feeling dazu, und daher kann mich dieser Tageslicht-Splatter nicht wirklich begeistern.
Kommen wir zu den Personen: Mit Claire Redfield wird eine weitere populäre Gamefigur im Film eingeführt. Da ich von den Spielen, in denen Claire vorkommt, leider nur die Romane kenne, kann ich nicht allzu viel darüber sagen, ob die Schauspielerin den Look der Spielfigur rüberbringt, vom Wesen her weicht sie jedoch ein gutes Stück von den Romanen ab. Naja, halten wir mal zugute, daß sie im Film bereits seit 5 Jahren einen schier ausweglosen Kampf gegen Umbrellas Schöpfungen führt, was aus ihr eine abgebrühte Führungspersönlichkeit gemacht hat.
Leider wird im Film nicht der allerkleinste Hinweis auf weitere Spielcharaktere gegeben, sei es Claire’s Bruder Chris Redfield (Aus Teil 1 des Spiels) oder Jill Valentine, die ja im zweiten Film vertreten war, und von der man noch nicht mal erfährt, ob sie noch lebt und woanders gegen Umbrella kämpft, oder ob sie bereits tot ist. Damit haben sich die Drehbuchautoren zwar eine Hintertür für einen eventuellen vierten Film offengelassen, andererseits ist es auch wieder unbefriedigend, GAR NICHTS zu wissen. Schön ist dagegen das Wiedersehen mit Carlos und LJ aus dem zweiten Film. Leider ist der Unterton des dritten Films derart ernst, daß auch Ex-Spassvogel LJ nicht wirklich die Stimmung heben kann.
Halt, ein Charakter aus den Spielen hat es doch in den dritten Film geschafft: Albert Wesker. Der Bösewicht aus Teil 1 (und Code: Veronica) ist auch dabei und – wen wundert’s – der Chef von Umbrella. Der Schauspieler schafft es zwar, die Hinterhältigkeit und Gnadenlosigkeit Weskers aus dem Spiel rüberzubringen, doch trotz ähnelnder Optik (blond und Sonnenbrille) bleibt er ziemlich farblos und halt einfach nur eine Randfigur.
Bleibt noch Alice, die mal wieder mit blitzenden Messern, aus allen Rohren feuernd und nun auch noch mit psychokinetischen Kräften die Zombiescharen dezimieren darf. Sie ist die absolute Heldin, erlebt Höhen und Tiefen, hat auch einige Momente der Machtlosigkeit und kommt am Ende doch meist triumphierend wieder daraus hervor. Es macht einfach Spass, darauf zu warten, daß sie die nächsten Zombies zu Hackfleisch verarbeitet, was sie auch immer wieder kunstvoll zur Schau stellt. Lediglich ihr gleichmäßiger, immer perfekt geschminkter Teint wirkt richtig künstlich, aber vielleicht ist das ja auch Absicht, um ihre körperliche Überlegenheit zu unterstreichen….
Fazit:
Extinction ist eindeutig der bislang schwächste Film der Resident Evil Reihe, deren erste beide Teile auf meiner persönlichen Hitliste recht weit oben rangieren, und hat mich über weite Strecken nur mäßig angesprochen. Erst gegen Schluß hat der Film nochmal ein wenig Gas gegeben und einige tolle Szenen hervorgebracht, die eigentlich Lust auf mehr machen, wo aber nicht mehr da ist.
Alles in Allem leider nur Durchschnitt, aber mit einem hammergeilen Ende. Ach, hätte man doch erst dort mit dem Film angefangen und dann so weitergemacht, es wäre der beste Teil der Reihe geworden, statt der schlechteste!
3 von 5 Sternen.