Archive for Juni, 2007

Diablo – Band 4: Der Mond der Spinne

Sonntag, Juni 24th, 2007

Nach etwas längerer Pause habe ich es geschafft, den bislang vierten Diablo-Roman zu lesen.

Story:

Lord Aldric Jitan wird von unheimlichen Träumen geplagt, die ihn schließlich auf die Spur eines mächtigen magischen Artefakts führen: des Spinnenmonds. Mithilfe des Nekromanten Karybdus versucht er damit, sich das Königreich Westmarch untertan zu machen.

Doch das Schicksal führt auch den  Nekromanten Zayl und seinen sprechenden Totenschädel Humbart in das westliche Königreich, wo er auf Lady Salene und ihren versoffenen Bruder Sardak trifft. Während fast jeder Zayl aufgrund seiner Zunft Verachtung und Furcht entgegenbringt, erbittet Salene von ihm einen Dienst: Er soll ihren verstorbenen Gemahl wegen einer angeblichen Schuld befragen, die Lord Jitan nun in Form ihres unheimlichen Anwesens einfordert, dessen Kellergewölbe viel weiter hinunterreichen, als nur in die Familiengruft.

Und während im Hintergrund um die Krönung des neuen Thronfolgers von Westmarch Ränke geschmiedet werden, wird offen die Jagd auf Zayl eröffnet, der von einem Schlamassel in den nächsten rutscht. Derweil bereitet der teuflische Karybdus ein Ritual vor, welches zu einer bestimmten Mondphase ausgeführt werden muß: dem Mond der Spinne. Und dieses Ritual könnte das Ende der Welt einläuten, holt es doch den Spinnendämon Astrogha zurück in die Ebene der Sterblichen….

Eindruck:

Ein weiterer Diablo-Roman von Richard A. Knaak, und ebenso wie Band 1 und 3 spürt man sofort den Wiedererkennungseffekt bestimmter Kleidungsstücke und ganz besonders der Zauber, welche die Nekromanten und später auch die Zauberin anwenden. Die Atmosphäre ist düster, aber durch die Protagonisten Salene, Zayl und Humbart hat man immer positive Figuren, welche die Geschichte vorantreiben und den Leser mit in die Geschichte hineinziehen.

Dies ist ja bereits der zweite Roman mit dem Nekromanten Zayl als Hauptfigur, und ich bin sehr zufrieden, wie der Autor das Problem mit Zayl’s in Band 3 verlorener Hand gelöst hat – es passt eben sehr zu dem Charakter. Auch die Sprüche des belebten Schädels Humbart sind mal wieder genial. Es steht diesmal nicht das persönliche Überleben, sondern das Schicksal der gesamten Welt auf dem Spiel, und trotzdem hat mir eine Spur der Dramatik aus Band 3 gefehlt, sozusagen das Quentchen, das aus einem guten Buch ein geniales Buch macht. Vielleicht liegt es unter anderem daran, daß man eigentlich immer damit rechnet, daß Zayl irgendwie aus jedem Schlammassel wieder gut rauskommt.

Fazit:

Ein gutes Buch, eine spannende Story, ein extrem hoher Wiedererkennungswert mit den aus dem Spiel bekannten Zaubern – echte Diablo-Lektüre eben. Empfehlenswert!

4 von 5 Sternen.

 

Star Wars – Palast der dunklen Sonnen

Donnerstag, Juni 14th, 2007

Vor kurzem habe ich endlich den vor längerer Zeit begonnenen Kurzgeschichtenband „Palast der dunklen Sonnen“ aus der Star Wars Reihe fertig gelesen.

Story: 

Das Buch enthält eine Sammlung von Kurzgeschichten, die sich alle rund um die Vorkommnisse in Jabba’s Palast am Anfang von Episode 6 drehen. Bei jeder der Geschichten steht eine andere Nebenfigur, die im Film mehr oder weniger kurz zu sehen war, im Mittelpunkt, z.B. der Rancor-Hüter, Bib Fortuna, die Max-Reebo-Band oder die dicke Tänzerin. Alle Geschichten sind dabei so geschickt miteinander verwoben, daß sie sich gegenseitig ergänzen, und erst durch das Lesen aller Geschichten gewinnt man einen (halbwegs) vollständigen Eindruck, was sich – abseits von Luke Skywalkers Rettungsmission für Han Solo – sonst noch in dem düsteren Gemäuer alles abspielt.

Manche Geschichten beginnen einige Zeit vor Episode 6 und enden noch während der Handlung des Films. Andere setzen während der Handlung ein und führen darüber hinaus. Immer jedoch stehen die Schicksale der jeweiligen Protagonisten im Vordergrund. Man erfährt, über welche verschlungenen Wege sie an diesen Ort gekommen sind und mit welchen Wünschen und Hoffnungen sie ihm zu entfliehen versuchen. Einigen von ihnen gelingt dies auch, anderen (leider) nicht. In jedem Fall geben die Autoren einen detaillierten Einblick in die Gefühle und Motive der Figuren, so daß ihre Handlungen und Motive nachvollziehbar sind.

Eindruck: 

Positiv ist auf jeden Fall zu bemerken, daß diese Kurzgeschichtensammlung perfekt aufeinander abgestimmt ist und sich die verschiedenen Handlungsstränge so genial überlappen, daß man meinen könnte, eine einzige große Geschichte mit verschiedenen Schwerpunkten zu lesen. Die meisten der einzelnen Geschichten sind handwerklich sauber und bauen diese seltsam düstere, beklemmende Stimmung auf, welche so gut zu Jabbas Palast passt. Der Aufbau ist dabei geschickt gewählt, so daß jede weitere Geschichte einen weiteren Teil des Gesamtpuzzles hinzufügt.

Negativ fällt im gleichen Atemzug auf, daß man die Geschichten „am Stück“ lesen sollte, und nicht mal diese, mal jene mit längeren Pausen dazwischen, da man den Gesamtzusammenhang sonst nicht richtig mitbekommt. Auch die vorgegebene Reihenfolge sollte eingehalten werden, da sich so der Zusammenhang erst langsam erschließt. Zwar kann man auch einzelne Geschichten separat lesen, allerdings ergeben einige Stories nur zusammen mit anderen einen komplexeren Sinn.

Fazit:

Ein schönes Buch, wenn man alle Geschichten hintereinander liest. Wer schon immer mal die Schattenseiten des Star Wars Universums kennenlernen wollte, für den bietet das Buch eine Fülle von Material (auch für’s Rollenspiel. 😉 Allerdings sollte man sich auch wirklich Zeit dafür nehmen und sich auf die düstere Stimmung einlassen, um das Buch vollständig genießen zu können. Also nichts für zwischendurch.

3 von 5 Sterne.